Fachartikel: Die nächste Erweiterungsrunde der Europäischen Union – Herausforderung für die Europäische Union und für die europabezogene politische Bildung. Ein Planspiel

Holger-Michael Arndt, Markus W. Behne, Stefan Rappenglück (2014)

in Uwe Andersen (Hrsg.)"Das Europa der Bürger", Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts., Seite 141-159

Die Europäische Union 2014:

Bislang ist die EU vor allem von den politischen Repräsentanten gestaltet und vorangetrieben worden. Die Bevölkerung ist mehr oder minder passiv gefolgt. Kann Europa so funktionieren? Muss der europäische Integrationsprozess angesichts wachsender Konflikte in der EU nicht zunehmend durch einen Ansatz „von unten“ ergänzt werden? Dafür bedarf es einer sich herausbildenden europäischen Zivil- und Bürgergesellschaft, deren Rolle – verbunden mit zentralen Herausforderungen, Chancen und Problemen des europäischen Integrationsprozesses – in diesem Band erläutert wird.


Die praktische politische Bildungsarbeit kommt hierbei nicht zu kurz. Nach einem Überblicksaufsatz zu Chancen und Problemen einer europäischen Zivilgesellschaft, der den Schwerpunkt auf die bisher eher vernachlässigten europäischen Aktivitäten der lokalen Zivilgesellschaft legt, folgen drei ausgewählte zentrale Anwendungsfelder der europäischen Integration. Jeweils mittels einer Hintergrund- und einer Praxisdarstellung wird zunächst die politische Partizipation und sozialpolitische Einbindung aufgearbeitet. Als zurzeit wichtigstes und zugleich politisch besonders kontroverses Vertiefungsbeispiel wird der Euro als neue Einheitswährung analysiert. Und schließlich werden die Probleme der EU-Erweiterung an unterschiedlichen Beispielen neuer Beitrittskandidaten untersucht.

Die Autoren untersuchen in ihrem Artikel die Möglichkeiten, das Thema der Erweiterung der Europäischen Union unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Herausforderungen der einzelnen Bewerberstaaten praxisnah in der jugendpolitischen Bildung umzusetzen. Das Planspiel Fokus Balkan des CIVIC-Instituts für internationale Bildung steht im Mittelpunkt der Betrachtung.