Online-Planspiel „Destination Europe“ am 3. November

Am 3. November 2020 haben sich Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Erwitte im Rahmen eines digitalen Planspiels mit dem Thema der Asyl- und Flüchtlingspolitik in der EU beschäftigt. Dazu wurden die Teilnehmenden der Q1 auf zwei Gruppen von je 24 Personen aufgeteilt.

Beunruhigende Ereignisse im Flüchtlingslager Moria (Griechenland) Mitte September boten einen aktuellen Anlass für den Einstieg in das Thema. Bei einer interaktiven Abfrage über das Online-Tool Mentimeter stellte sich heraus, dass die unter den Teilnehmenden verbreitete Wahrnehmung, in Europa würden aktuell die meisten Geflüchteten leben, nicht mit der Realität übereinstimmt.

Nach dem thematischen Einstieg mit wichtigen Fakten und Begriffen, lernten die Schülerinnen und Schüler den Prozess des ordentlichen Gesetzesverfahren in der EU und die daran beteiligten Institutionen kennen: Das Europäische Parlament, den Rat der EU und die Europäische Kommission. Im Rahmen des Planspiels „Destination Europe“ erhielten die Teilnehmenden eine Rolle in einer der drei Institutionen.

Im Planspiel wird das übliche Gesetzgebungsverfahren für eine neue EU Verordnung im Bereich der Asyl- und Flüchtlingspolitik simuliert. Die Kommission macht einen Vorschlag, über den dann abwechselnd die Abgeordneten des Europäische Parlaments und die Minister/innen im Rat der EU diskutieren und abstimmen. Sowohl das Parlament als auch der Rat konnten sich in der ersten Runde auf Änderungen einigen. Nach einer zweiten Lesung und weiteren Änderungen im Parlament, entschied sich der Rat einstimmig dazu die letzte vom Parlament geänderte Fassung als Verordnung zu akzeptieren. Den Schülerinnen und Schülern ist es mit einem umfassenden finanziellen Ausgleichsmechanismus gelungen einen Kompromiss zu finden, der in der Realität noch auf sich warten lässt.

Die Teilnehmenden gaben an, neue Perspektiven auf das Thema Flucht und Asyl kennengelernt zu haben und den Gesetzgebungsprozess in der EU nun besser nachvollziehen zu können.

Die Veranstaltung wurde vom CIVIC-Institut im Auftrag des Regionalbüros Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt.